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VÖGELFREI. Sophie Andresky. Erotischer Roman. 238 S., Heyne Hardcore, 7.95 Nachdem Marei - in einer glücklichen und vertrauensvollen Beziehung lebend - von einem Seitensprung ihres Gatten erfahren hat, bedingt sie sich von ihm ein Jahr ehe- und vögel-frei aus. Von den Ereignissen dieses Jahres erzählt der Roman. »Ein Jahr lang hatte ich einen Freifahrtschein. Mein Mann hat ihn selbst unterschrieben: Zwölf Monate lang darf ich ficken, vögeln, lecken und lutschen und ganz allgemein tun und lassen, was ich will, mit wem ich will, wie oft ich will, wann ich will. Und ich hatte nicht nur die Erlaubnis. Ich hatte das Recht dazu.« Trotz reichhaltiger sexueller Erlebnisse ist dies kein 200-Vögeleien-in-14-Tagen-Buch, sondern ein durchaus ernsthafter erotischer Roman, dessen tabulose erotische Szenen in eine Art grundsätzlicher Melancholie gebettet sind - weil's nun mal keine Patentrezepte in der Liebe gibt. Wie sagte Sophie Andresky in einem Interview? "Sex ist schon eine komische Angelegenheit. Wer immer das erfunden hat, hatte Humor." Die Zufallsbeziehungen und -erlebnisse Mareis gestalten sich nicht immer nur genussreich und unkompliziert. Mit Humor und Selbstironie erzählt und reflektiert die Autorin das Vögelfrei-Jahr. Sie werden diesen Roman - der sprachlich sehr direkt aber nie vulgär ist - mit Spaß und Lust lesen. |
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| ECHTE MÄNNER.
WAS FRAUEN WIRKLICH WOLLEN. Von "Deutschlands
führender Kolumnistin in Sachen Erotik": Sophie
Andresky. Die Penthouse-Kolumnen. 188 Seiten.
Fadenheftung. Fester Einband. Haffmans Verlag., 9.90
Selten hat uns ein Buch über Sexualität so viel Spaß gemacht. Normalerweise verwenden wir die Marketingtexte der Verlage nicht, aber bei diesem und dem folgenden Titel könnten wir's besser auch nicht sagen. "Wenn Sie als Mann über harten Sex schreiben, können Sie auf den Index kommen. Bei Frauen ist es Emanzipation" (Sophie Andresky). Noch nie wurde öffentlich über Sex zwischen Himmel und Erde, Matratze und Laken so viel geredet, geschrieben, gezeigt wie heute. Alle haben geilen, scharfen Sex, immer knackig und dauerrattig. Und schon lange nicht mehr hatten wir so wenig tatsächlichen Sex. Sophie Andresky bringt es auf den Punkt: Wir sind "oversexed und underfucked." Die Wahrheit in unseren Betten: Sexverweigerung. Fummeln? Nö, zu anstrengend. Sagen die Männer. Und die Frauen? 70% sind - so hat es Die Welt ermittelt - mit ihrem Sexleben unzufrieden. Was ist passiert? Liegt es an der Reizüberflutung in den Medien und auf Plakatwänden? Alles falsch, sagt Sophie Andresky, Männer wissen nur nicht, was Frauen wirklich wollen: "Sex muss nicht mörderromantisch und hollywoodartig sein. Einfach mal ficken, ist auch nett." Den Männern rät sie: "Wenn ihr der Meinung seid, eure Freundin liegt beim Sex da wie ein überfahrener Waschbär auf der Autobahn, dann teilt ihr das mit (vielleicht nicht in diesem Wortlaut)." Sophie Andresky zeigt in 27 Kapiteln, was Frauen erwarten; Frauen, die sich den Spaß an der Lust nicht nehmen lassen wollen, sondern Sex wie Atemluft brauchen, mit Freude an seiner Verfeinerung. "Geschickte Finger sind nicht nur beim Zusammenschrauben eines Radios von Vorteil." |
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| MEIN HAREM.
Die gesammelten erotischen Erzählungen von Sophie
Andresky. 990 Seiten zum ersten Mal zusammen in einer
gebundenen Ausgabe. Lesebändchen. Fester
Einband. Haffmans Verlag. 18.90 Wer von gutem Sex nicht genug bekommen kann, darf sich freuen: Hier kommen Sophie Andreskys klassische erotische Erzählungen ("Von appetitlicher Direktheit ohne anstößig zu wirken", Musenblätter) in einem Band - ihre großen Bestseller "Feucht", "Tiefer", "Das Lächeln der Pauline", "Honigmund" und "In der Höhle der Löwin". Sophie Andresky erzählt von schrägen Typen und ungewöhnlichen Heldinnen, absurden Situationen und bizarren Kontaktanzeigen, Singletreffen im Supermarkt und Diners in feinster Unterwäsche u.a. "Mit Wortwitz vorgetragen, fantasievoll und freizügig", lobte Arte. Unverkrampft, leger und stets aus weiblicher Sicht drehen sich Andreskys nicht alltägliche Fantasien um Sex und die Freude daran, sich das zu nehmen, was man will. "Andresky schaut mit wachen Augen in der Welt umher, dass man sich als Leser vor Lachen manchmal geradezu festhalten muss. Sexy Erzählungen, die nie peinlich oder selbstgestrickt wirken. Gerade Frauen werden an dieser Art des Erzählens Spaß haben. Im Bereich der erotischen Literatur eine sehr gelungene Ausnahmeerscheinung" (Magazin Bücher). Andresky versetzt selbst die sonst sex-freie Frankfurter Allgemeine Zeitung in Aufregung mit ihrer "Liebe zum anatomischen Detail und einem eindrucksvoll differenzierten Vokabular für den geschlechtlichen Vollkontakt". |
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| SIE STÖHNT, ER
STÖHNT / ER STÖHNT, SIE STÖHNT. Erotische Geschichten.
Corinna Rückert. Rowohlt Taschenbuch, 8.95 Corinna Rückert, deren (leider vergriffene) Doktorarbeit über weibliche Pornographie offenbar der Ausgangspunkt war, selber in dem Genre tätig zu werden, hat sich inzwischen in die erste Reihe deutscher Sex-Autorinnen geschrieben und bestätigt dies auch mit diesem Erzählband. Die Geschichten sind (fast alle) in einem realistischen Milieu glaubhaft, schamlos offen und direkt in der Schilderung sexueller Begierden und Freuen, auch sprachlich sehr genießbar und - für guten Sex nicht unwesentlich - intelligent. Der besondere Clou dieses Buches ist: es kann von zwei Seiten gelesen werden. Die jeweiligen Hauptaktuere sind - von der einen Seite - Frauen, von der anderen Seite gelesen, Männer. Die Akteure wechseln, nicht aber die sexuellen Bedürfnisse und deren Erfüllung. Da die Autorin der männlichen Sexualität ebenso viel Freude an der Verführung, am Liebesspiel, an variatsionsreichen Erregungen und an der Dauer des Genusses zugesteht, wie dem weiblichen Begehren, sind die Perspektiven gar nicht sooo unterschiedlich. (Das widerspricht ein wenig dem Klischee der angeblich so konträren Sexualitäten beider Geschlechter.) Ob die erotische Aktivität nun vom Mann ausgeht oder von der Frau - Ziel ist jeweils die totale Erfüllung des Begehrens für Beide. Voraussetzung solcher sehr anregender Geschichten ist natürlich: Sie will, er will. Und Beide haben genügend Einfühlungsvermögen und auch technische Kenntnisse, um es für beide Seiten zu einem tiefen Erlebnis werden zu lassen. Insofern ist auch dieses Buch von Corinna Rückert wieder (durch die Blume) eine Anregung zu erfüllendem Sex in literarischer Form. Für SIE. Für IHN. |
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| HELMUT NEWTON.
SUMO. 464 S., SW-Bildtafeln, mit Buchständer und Booklet,
Riesenformat 26x37, Taschen, 100.- Vor genau 10 Jahren erschien das größte Projekte der modernen Kunstbuch-Geschichte, ein Band mit Fotografien von Helmut Newton, so riesengroß, dass gleich ein eigener Designer-Tisch mitgeliefert wurde. Die limitierte Auflage war schnell vergriffen und wird heute zum fünffachen des damaligen Preises gehandelt, den sich natürlich kaum jemand leisten konnte. Aber: Für Menschen mit durchschnittlichem Geldbeutel bringt der Verlag jetzt eine neue Auflage - in kleinerem, aber immer noch riesigem Format - heraus. Das Lebenswerk von Helmut Newton, der, so umstritten seine Akt- und Glamourbilder waren, zweifellos zu den bedeutendsten Fotokünstlern zählt, in einer prächtigen, hochwertig gedruckten, in einem Pappe-Koffer verpackten Ausgabe zum - wie der Verlag sagt - "demokratischen" Preis von 100 Euro. Wie lange diese Ausgabe auf dem Markt ist? Wissen wir auch nicht. |
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| DER ISLAM BRAUCHT
EINE SEXUELLE REVOLUTION. Eine Streitschrift. Seyran Ates.
219 S., Ullstein, geb., 19.90 Vorweg: Wenige Tage nach Erscheinen dieses Buches muss sich die Autorin aus dem öffentlichen Leben und ihrer persönlichen Umgebung zurückziehen, da massive Morddrohungen gegen sie ausgesprochen werden. Dieser beschämende Vorgang zeigt, wie richtig und notwendig dieses Buch ist. Die in Deutschland lebende türkische Schriftstellerin ist seit ihrem Buch DER MULTIKULTI - IRRTUM bekannt geworden als Verfechterin der Frauen- und Menschenrechte, die sie über alle religiösen Gebote und Traditionen setzt. In ihrem neuesten Buch widmet sie sich insbesondere den Fragen sexueller Selbstbestimmung innerhalb der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland und fragt, wie Demokratie, Gleichberechtigung und sexuelle Freiheit mit dem Islam zusammenpassen. Die Antwort ist klar: Überhaupt nicht. Frauen, die selbst entscheiden wollen, wen sie lieben, werden mit dem Tod bedroht. Muslime, die sich gegen eine arrangierte Ehe wehren, werden von den Familien verstoßen. Wer sich im Islam offen zu seiner Homosexualität bekennt, begibt sich in Lebensgefahr. "Integration"? Aussichtslos. Die Autorin zieht daraus den Schluss, dass Musliminnen und Muslime sich ihre Rechte erstreiten müssen, so wie in den 60ern Frauen und Männer erfolgreich für ihre sexuelle Selbstbestimmung gekämpft und dadurch auch das gesellschaftliche Bewußtsein verändert haben. So sehr ich Ihnen dieses Buch empfehle und die Ziele der Autorin teile, möchte ich doch auf einen Fehler hinweisen, den Ates meiner Ansicht nach macht. Solange Menschen glauben - aus Tradition, Zwang oder Bequemlichkeit - der Koran (oder auch die Bibel) sei das offenbarte Wort Gottes, wird es weder eine sexuelle Revolution, noch eine "liberale" Spielart des Islam geben können. Gott hat nun mal befohlen, Homosexuelle seien zu töten und die Frau sei dem Manne untertan. Meiner Meinung nach muß sich eine erfolgreiche Kritik nicht nur gegen fundamentalistische Interpretationen, sondern gegen die Religion als solche richten. Diese Anmerkung schmälert aber nicht meine Hochachtung vor diesem Buch und seiner Autorin. |
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WOLLUST. Die schönste Todsünde. Simon Blackburn. 135 S., Wagenbach Taschenbuch, 10.90 Wollust. Eine Sünde? Seit dem 6.Jahrhundert gar eine Todsünde? Und heute noch für Millionen von Gläubigen ein Grund, auf ewig (!) im Feuer der Hölle zu schmoren? Wollust: Denunziert durch die Jahrhunderte, beginnend bereits in der Antike, als schmutzig und ekelerregend, als tierisch und lasterhaft. Lassen Sie sich auf unterhaltsame Weise von dem Autor durch die Gedankengebäude der Philosophie, durch die perversen Phantasien der Theologie und die noch unsicheren Theorien der Evolutionspsychologie führen. Als Fazit ergibt sich ein Freispuch und ein Lob der Wollust. Am besten wir zitieren den Autor selbst: "Wir können die Wollust für die Menschheit reklamieren, und wir können lernen, dass Wollust am besten gedeiht, sofern sie unbelastet ist von schlechter Philosophie und Ideologie, von Falschheiten, Verzerrungen, Entartungen, Perversionen und Verdächtigungen, die sie daran hindern, sich frei zu entfalten. Und wenn wir uns all der Verbrechen der Menschen erinnern, die aus einem negativen Verständnis der Wollust begangen wurden, dann ist es sicherlich der Mühe wert, sie richtig zu verstehen." |
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| DIE ABENTEUER DER
MIEZE A. Ein Roman in 76 Kapiteln. Vladan Matijevic. 190
S., SchirmerGraf, geb., 16.80 Ein seltsames, reizvolles, originelles Buch. In 76 Kapiteln entsteht die Gestalt der jungen Mieze A., die von sich selbst sagt: "Ich rauche wie ein Schlot, ich saufe wie ein Loch, und ich hure herum wie eine läufige Hündin, wenn dir das passt, ok - wenn nicht, dann troll dich." Nein, trollen mag man sich als Leser nicht. Jedes der kleinen Kapitel schildert ein Abenteuer mit Irgendwem, eine Reflexion über Irgendwas. Und an Sensibilität mangelt es der Mieze ebenso wenig wie an Witz. Trotzdem zögere ich, es ein erotisches, ein anregendes Buch zu nennen. Vielleicht, weil die Mieze ein so offensichtliches Kunstprodukt ist? Trotzdem: ein amüsantes Lesevergnügen auf gehobenem literarischen Niveau. |
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| VULVA. Die
Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts. Mithu M. Sanyal.
235 S., Wagenbach, geb., 19.90 Auf der Suche nach der Kulturgeschichte der Vulva stößt die Autorin in vergessenen Quellen auf sakrale Verehrung ebenso wie auf hasserfüllte Diffamierung. Die unterhaltsam geschriebene Untersuchung reicht von den ersten großen Menschheitskulturen bis zu den subversiven Performancekünstlerinnen Valie Export und Annie Sprinkle. |
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| PUSSY PORTRAITS.
Frannie Adams. 96 S. m. farb. Bildtafeln, Edition Reuss,
39.90 In einer inhalthaltlichen Reihe mit Hermann Försterlings faszinierenden Blumen-Vulva-Montagen (FLORA MAGICA) und den aufklärerischen Fotografien von Grit Scholz , die eine Vulva gegen ein ähnliches Objekt aus der Natur stellt (DAS TOR INS LEBEN), geht die amerikanische Fotografin Frannie Adams einen weiteren Weg, das verborgene und totgeschwiegene Körperteil ins Licht zu stellen. Sie stellt auf den Doppelseiten des Bildbands jeweils ein Gesichts-Portrait und ein Portrait der Vulva der gleichen Person vor. Das mag auf den ersten Blick schockieren. Es belegt aber sehr deutlich, dass die Schönheit, Individualität und Einmaligkeit, die wir bei einem Gesicht als selbstverständlich nehmen, für das Geschlecht genauso gilt. Und nebenbei: Durch absolut nichts ist die individuelle Gestalt der Vulva zu erahnen. |
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| DIE LEUCHTENDEN
FARBEN DER NACHT. Erotische Verführungen. 199 S.,
Edition Büchergilde, geb., 14.90 Jammerschade. Ein wunderschön gemachtes Buch in einem kunstvollen Schmuckschuber - so recht als außergewöhnliches und geschmackvolles Geschenk geeignet - und dann ein leider nicht überzeugender Inhalt. Da finden wir eine absolut unglaubhafte Pubertätsgeschichte, zwei der schlechteren Nin-Erzählungen, ein Stück "Lady Chatterley", das sich auch in vielen anderen Anthologien befindet, eine - naja - Pilz-such-Penis-finde-Geschichte, eine total unerotische Kolonialerzählung, ein Maupassant-Beitrag, der eher völkerkundlich als erotisch ist. Lediglich die letzten beiden Beiträge überzeugen als "erotische Verführungen". Eindeutig zu wenig. Jammerschade. |
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| EINE NACHT IM
FRÜHLING AM MEER. Roman. Gaelle Guernalec-Levy. 147 S.,
Aufbau, 16.95 Eine unerfüllte erotische Fantasie aus den Tagen der Pubertät hat Claire nie verlassen, trotz einer glücklichen und liberalen Ehe mit erfüllender Sexualität. Da trifft sie eines Tages auf den Jugendfreund, mit dem es trotz gegenseitigen Begehrens nie zum Sex kam. In rauschhaften Stunden holt Claire nach, was nicht aus Kopf und Körper weichte. Eine sensibel geschriebene Geschichte um unerfüllte Pubertäts-Erlebnisse, wie wir sie wohl alle in der Erinnerung haben. (Nur dass bei kaum einem die Chance besteht, diese Erinnerung in die Realität zu holen und fortzusetzen. Und auch äußerst unsicher ist, ob nach 20, 30 Jahren die Faszination aus Jugendtagen wieder herstellbar ist.) Eine dezent geschriebene Erzählung, die zum eigenen Erinnern und zum Träumen verführt. |
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| LIEBE UND SEX IM
MITTELALTER. Alexander Balljaus. Lübbe, 22.95 Unser romantisches Mittelalter-Bild projiziert uns sich in selbstloser Liebe verzehrende edle Ritter und fleissig Texte kopierende keusche Mönche. Von wegen. Das Buch macht uns bekannt mit allgemeiner Nacktheit auf dem Weg in die öffentlichen Badestuben, mit Probeehe, bacchantischen Fruchtbarkeitskulten, Ersatzmännern bei Unfruchtbarkeit und an den Gast verliehene Ehefrauen. Mit zotigen Predigten und Gruppensex in der Kirche. Mit rastlos vögelnden Päpsten und das Glied Jesu' in sich spürenden Nonnen. Aus hunderten von Mosaiksteinchen entsteht das Bild einer höchst lebendigen Epoche, die ständigen Veränderungen unterworfen ist. Mühsam und gewaltsam setzt sich die politische Herrschaft des Christentums durch, die heidnischen Sitten bleiben noch jahrhundertelang und werden christlich umgedeutet. In jede Erektion mischt sich zunehmend die Kirche ein - erhält aber niemals in der Praxis die tatsächliche Oberhand über die Bedürfnisse der Menschen. Auch nicht, als ihr im 14. Jahrhundert einfällt, dass Ehe und Beichte von Jesus eingesetzte "Sakramente" sind. Das Buch liest sich flüssig, ist aber nie oberflächlich oder gar rechthaberisch und regt zum Nachdenken an. Die Schwäche des Buches ist die Problematik der beschriebenen Zeit. Da wir nur wenige neutrale Dokumente haben und gewaltige Umwälzungen in den 1.000 Jahren des Mittelaters stattfanden, ist jedes Detail nur eine Momentaufnahme aus einer bestimmten Gegend zu einer bestimmten Zeit. |
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| DAS LIEBESLEBEN DER
PFLANZEN. HERBARIUM AMORIS. Edvard Koinberg. 280 S.,
Großformat, Taschen, 29.99 Der schwedische Botaniker und Mediziner Carl von Linné lieferte im 18. Jahrhundert als erster eine systematische Beschreibung dessen, was man die Sexualität der Pflanzen nennen kann. Anhand seiner Sammlung von mehr als 20.000 Pflanzen aus aller Welt machte er die Beobachtung, dass auch im Pflanzenreich die Befruchtung und Reproduktion der Spezies als Wechselspiel von Sexualorganen beschrieben werden kann. Obwohl diese Ansicht bei Zeitgenossen nicht unumstritten blieb, kann man aus heutiger Sicht doch von einer "sexuellen Revolution" in der Botanik sprechen. Fasziniert von den Schriften Linnés setzt der schwedische Fotograf Edvard Koinberg diese Aufklärungsarbeit im 21. Jahrhundert fort und zeigt die Pflanzen von ihrer erotischen Seite. Koinberg kultivierte mehrere hundert Pflanzen im Garten seines Landhauses und fotografierte jede der zarten Knospen in seinem Studio mit einer speziellen Ausleuchtung. Das Ergebnis ist ein modernes calendarium florae, ein Blühkalender, der das Jahr nicht durch den Lauf der Sterne, sondern den Lebenszyklus der Pflanzen beschreibt. Herbarium Amoris zeigt die besten Abbildungen und porträtiert die Schönheit der Pflanzen in provozierenden Posen. Die behut-
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| WARUM ICH KEIN
MUSLIM BIN. Ibn Warraq. 522 S., Matthes&Seitz, geb.,
28.90 Die wohl umfassendste Auseinandersetzung mit dem Islam, die bereits zu einem unentbehrlichen Standardwerk geworden ist. In einer gut lesbaren und aufklärerischen Weise informiert der Autor über alle Aspekte und Dogmen dieser Religion und deren grundsätzliche Unvereinbarkeit mit den Menschenrechten. Ausführlich wird auf das im Koran verankerte ungleiche Verhältnis der Geschlechter eingegangen und auf die Pflichten der als minderwertig definierten Frauen. (Nebenbei: die angeblich positive Haltung des Islam gegenüber der Sexualität erweist sich als pures Männer-Privileg.) Der Autor hält den Islam und seine von Gott persönlich verordneten Verhaltensgebote und Eroberungs-Ziele für nicht reformierbar. (Das angebliche Wort Gottes ist eben nicht diskutierbar.) Und er warnt davor, religiös begründetes Verhalten wie Boykott des Schulunterrichts für Mädchen, Zwangsheirat, Beschneidung der Geschlechtsorgane, Tierquälerei bei der Schlachtung etc. als "kulturelle Eigenart" zu tolerieren. Eindringlich wird für die Notwendigkeit der Trennung von Religion und Staat plädiert. (Natürlich auch in Bezug auf die keineswegs konsequent vollzogene Trennung des Staates von den christlichen Kirchen: Religionsunterricht in den Schulen, Bezahlung des hohen Klerus aus der Staatskasse etc.) |
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FEIGENBLATT.
Magazin für Erotisches. Heft 17, 5.- Das neue "Feigenblatt" hat das Thema MACHT UND HINGABE. Das FEIGENBLATT ist ein niveauvolles Erotik-Magazin, das vierteljährlich neue Geschichten, Gedichte und Fotografien veröffentlicht. Sie finden die Hefte ständig in unserem Laden. Nachdem die Zeitschrift unter Beobachtung des Jugendschutzes steht, haben sich die Herausgeber entschlossen, gefährdete Beiträge in einem Erwachsenen-Newsletter zur Verfügung zu stellen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Redaktion: www.feigenblatt-magazin.de |
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| In eigener Sache: NEUE VERSANDBEDINGUNGEN Liebe Kundinnen und Kunden von BOCCACCIO. Das erotische Kabinett Die Beschäftigung mit erotischer Literatur und die Durchführung von diesbezüglichen Veranstaltungen machen uns viel Spaß, und dies merken Sie (hoffentlich) auch in unserer Arbeit. Aber außer dem Spaß gibts auch die Ökonomie, sonst ist schnell Schluss mit lustvoll. Wir haben im Versand-Bereich Probleme mit der Ökonomie. In vielen Fällen ist es so, dass Porto und Arbeitszeit für den Versand, plus Kosten der Buchhaltung plus Zahlungserinnerungen jeglichen Gewinn auffressen, bzw. die Kosten sogar höher sind als der Rohertrag bei unseren ohnehin sehr gering rabattierten Büchern. Von Kunden, die nicht bezahlen, gar nicht zu reden. Statt für unsere Arbeit einen Gegenwert zu erhalten, zahlen wir im Versandbereich häufig drauf. Das kann nicht Sinn der Sache sein. Wir haben uns deshalb entschlossen, unsere Versandbedingungen zu ändern. Das erste Hauptproblem sind die massiven Portokosten. In Zukunft müssen wir unabhängig vom Bestell-Wert jede Lieferung im Inland mit 3.- Euro belasten. Ins EG-Ausland müssen wir je nach Umfang der Sendung 5 , 10 oder gar 20 Euro berechnen. (Auslands-Porto ist extrem teuer geworden.) Ausserhalb der EG (z.B. Schweiz) belasten wir das effektive Porto. (Bei mehreren schweren Büchern kann dies schon mal 30.- Euro und mehr ausmachen.) Das zweite Problem ist die mangelnde Zahlungs-Willigkeit einer zunehmenden Anzahl von Kunden. Wir müssen uns ab sofort gegen Leute schützen, die uns faktisch beklauen und offenbar genau wissen, dass ein gerichtliches Mahnverfahren viel zu teuer wäre, als dass man es einleiten würde. (Mögen solche Leute, die sich erotisch anregende Literatur bestellen, diese aber nicht bezahlen, die Lust am Sex verlieren. Das ist die Höchststrafe.) In Zukunft müssen wir deshalb um Vorauszahlung bitten. Nach Ihrer Bestellung erhalten Sie per E-Mail eine Voraus-Rechnung. Nach Zahlungseingang senden wir die bestellten Bücher an Sie ab. Und drittens müssen wir unsere Arbeitsabläufe kostengünstiger organisieren, was bedeutet, dass Lieferungen in Zukunft nur noch am Montag in die Versendung gehen. (Für Ausnahmefälle sind wir natürlich flexibel.) Wir bitten um Verständnis für diese notwendigen Maßnahmen |
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